Monheim-Lexikon: Österreich-Viertel

Städtepartnerschaft legte Grundstein für Wohngebiet

Nachdem Monheim 1960 die Stadtrechte erhalten hatte, wurde der Bau großer Wohnviertel forciert. Zeugen dieser Entwicklung sind die Waldsiedlung und die Bebauung des Sandbergs, das Musikantenviertel und vor allem die großen Wohnsiedlungen Monheim Süd (Berliner Viertel) und Baumberg Ost.

Die Phase massiver Expansion, gepaart mit enormem Bevölkerungszuwachs, war Mitte der Siebzigerjahre weitgehend abgeschlossen. Ein Nachzügler war „Baumberg Ost Ost“, wie das heutige Österreich-Viertel von den Planern und Architekten zunächst genannt wurde.

Aus der Frühzeit des Österreich-Viertels stammt diese Aufnahme vom September 1979. Zu sehen ist die Wiener Neustädter Straße in Höhe Kapfenberger Weg. Der Blick geht in östliche Richtung. (Foto: Heinrich Kirberg / Stadtarchiv)

Bis Mitte der Achtzigerjahre entstand ein Wohngebiet, das sich von der Bauweise der großen Geschossbauten entlang der Geschwister-Scholl-Straße abheben sollte. Hier wurde vor allem auf Ein- und Zweifamilienhäuser gesetzt und die Höhe der Mehrfamilienhäuser auf wenige Etagen beschränkt. Rund tausend Wohneinheiten entstanden, die meisten schuf das Erkrather Unternehmen Bast-Bau.

Schon 1973 hatte der Rat die ersten Straßennamen für das Plangebiet zwischen heutiger Benrather Straße im Westen und [intern]Wolfhagener Straße im Osten vergeben. Die Hauptzufahrt ins neue Viertel wurde nach Wiener Neustadt benannt. Mit der niederösterreichischen Stadt war Monheim 1971 seine erste [intern]Partnerschaft eingegangen. Alle weiteren Straßen erhielten ebenfalls Namen nach österreichischen Städten.

Das Österreich-Viertel wurde am 8. September 1984 eingeweiht. Auf einem vom Bauunternehmen Bast angelegten Platz an der Wiener Neustädter Straße, Höhe Grazer Straße, enthüllten Bürgermeister Gustav Kraupa (rechts) und Altbürgermeister Hans Barwitzius (links) aus Wiener Neustadt sowie Bürgermeisterin Ingeborg Friebe (Mitte) einen Gedenkstein für die seit 1971 bestehende Städtepartnerschaft. (Foto: Rolf Schmalzgrüber / Stadtarchiv)

Am 8. September 1984 wurde an der Wiener Neustädter Straße in Höhe Grazer Straße ein Gedenkstein für die Partnerschaft eingeweiht. Auf dem Sockel ist angegeben, wie weit es von Baumberg nach [extern]Wiener Neustadt ist – genau 997 Kilometer. Einer der Ehrengäste bei der Enthüllung des Steins war der Mitbegründer der Partnerschaft, Wiener Neustadts Altbürgermeister [intern]Hans Barwitzius (1914–2005).

Nur noch Geschichte ist die Realschule, die bis etwa 1988 an der Bregenzer Straße ihren Sitz hatte. Die Pavillons, in denen sie untergebracht war, beherbergten dann die AWO-Kindertagesstätten „Villa Regenbogen“ und „Kunterbunt“ sowie Unterrichtsräume der städtischen Musikschule. Die beiden Tagesstätten, die ein Familienzentrum bilden, bezogen im Juni 2011 einen Neubau an der Linzer Straße. Eine weitere öffentliche Einrichtung im Viertel ist die Bezirkssportanlage, die 1981 eröffnet wurde.

Im Österreich-Viertel leben auf einer Fläche von 1,2 Quadratkilometern fast 3200 Einwohner (Stand: 2009).

Letzte Änderung: 30. August 2011

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Rund 2000 Jahre zurück reicht die Geschichte des ehemaligen Römerkastells [extern]Haus Bürgel.