Stadtgeschichte von A bis Z im Monheim-Lexikon

Was Sie schon immer über Monheim am Rhein wissen wollten, aber vielleicht bisher nicht zu fragen wagten – das Monheim-Lexikon des Stadtarchivs sagt es Ihnen!

Für den ersten Jahrgang (1955) des Heimatkalenders „Land an Wupper und Rhein“ zeichnete der Leichlinger Maler und Grafiker Klemens Siebeneichler (1921–2002) eine Collage mit Monheimer Motiven (von links): Brunnen auf dem Alten Markt, Schelmenturm, Wappen und eine eventuell in Baumberg anzusiedelnde Szene von der Ernte.

Beiträge von A bis Z erinnern in Wort und Bild an Ereignisse aus der Stadtgeschichte, liefern Hintergrund zum aktuellen Geschehen, bringen Porträts von Personen und sind überhaupt für jedes Thema offen – es muss nur mit Monheim zu tun haben (und natürlich auch mit Baumberg).

Autor der im Jahr 2006 begonnenen und seither stetig überarbeiteten und vermehrten Lexikon-Artikel ist Michael Hohmeier. Der Stadtarchivar kennt sich nicht nur in der Geschichte aus, sondern ist als städtischer Pressesprecher auch stets am Puls der Zeit.

Erschienene und geplante Lexikon-Beiträge

[intern]Baumberg | [intern]Beigeordnete | [intern]Berliner Viertel | [intern]Blee | [intern]Breker, Hans | [intern]Brunnen | [intern]Bus und Bahn

[intern]Deusser, August

[intern]Ehrenring | [intern]Einzelhandel

[intern]Fähren | [intern]Flurnamen | [intern]Freilichtbühne | [intern]Friebe, Ingeborg

[intern]Gänselieselmarkt | [intern]Gänseliesel und Spielmann | [intern]Gaststätten | [intern]Goebel, Hugo | [intern]Greulich, Josef

[intern]Kapelle am Vogtshof | [intern]Karneval | [intern]Kradepohl | [intern]Kran am Monbag-See | [intern]Krischer, Philipp

[intern]Licht | [intern]Litfaß-Säulen | [intern]Lottner, Johann Georg

[intern]Markt | [intern]Monheim – Herkunft und Bedeutung des Namens | [intern]Musikanten-Viertel

[intern]Österreich-Viertel

[intern]Pilgram, Friedrich

[intern]Rathäuser | [intern]Rhein | [intern]Rheinischer Bote

[intern]Sandberg | [intern]Sankt Martin | [intern]Schelmenturm | [intern]Schulen | [intern]Schweizer, Hans | [intern]Stadtrechte | [intern]Stolpersteine | [intern]Straßen

[intern]Telefon

[intern]Weihnachtsmärkte | [intern]Wölfe

Bürgermeister Krischers Vision wurde Wirklichkeit

Als Bürgermeister Philipp [intern]Krischer 1921 seine „Denkschrift über die Vereinigung der Gemeinden Monheim und Baumberg“ vorlegte, dachte er weit über den Tag hinaus. „Nur kleine Kirchtumsinteressen“ sprächen gegen eine Fusion, stellte der Verwaltungschef fest. Zwar bildeten Monheim und Baumberg damals eine gemeinsame Bürgermeisterei und später mit Hitdorf ein Amt, waren aber formal selbstständige Gemeinden mit eigenen Räten und Haushaltsplänen.

Dreißig Jahre gingen ins Land, ehe Krischers Vision Wirklichkeit wurde. Am 1. April 1951 – das war und ist kein Scherz – wurden Baumberg und Monheim endlich ein Paar. Da half aller Stolz auf die althergebrachte Souveranität nichts mehr: Die Baumberger mussten sich damit abfinden, dass ihre Gemeinde allein nicht mehr lebensfähig war. Amtsdirektor Hugo [intern]Goebel legte in einer Bürgerversammlung im „Rheinischen Hof“ am 22. Juli 1950 die nüchternen Zahlen auf den Tisch:

  • Monheim hatte über 4300 Einwohner und ein Haushaltsvolumen von über 925 000 Mark, für Baumberg lauteten die entsprechenden Zahlen 2200 und 130 000.
  • Monheim erzielte ein Gewerbesteueraufkommen von rund 537 000 Mark, Baumberg nur 18 000.
  • Während in Monheim die Zeichen auf Wirtschaftswachstum standen, galt Baumberg als Wohnort, der sich schwer tat mit dringenden Investitionen in den Schul- und Straßenbau.

Wenige Tage nach der Bürgerversammlung, in der kaum noch Vorbehalte gegen den Zusammenschluss laut wurden, traf sich der Baumberger Gemeinderat am 31. Juli 1950 im Monheimer Rathaus. Die Ratsherren räumten Baumbergs „geringe Finanzkraft“ offen ein und äußerten die Sorge, dass „die im öffentlichen Interesse liegenden Aufgaben nicht oder nur ungenügend durchgeführt werden können.“ Das achtköpfige Gremium unter Leitung von Bürgermeister Eberhard Roßlenbroich votierte ohne Ausnahme für die „Eingliederung in die Gemeinde Monheim“.

Unmittelbar danach trat am selben Ort der Monheimer Gemeinderat zusammen, um ebenfalls einstimmig die Fusion zu billigen. Und zum Schluss tagten beide Räte unter dem Vorsitz von Amtsbürgermeister Peter Oebels gemeinsam. Das letzte Wort hatte allerdings die Landesregierung. Sie folgte dem Willen der Monheimer und Baumberger. Am 6. Februar 1951 genehmigte das Kabinett die Vereinigung, die am 1. April wirksam wurde.

Ende Mai nahmen sich die Kommunalpolitiker dann Zeit für eine Feierstunde. Vertreter von CDU, SPD und KPD lobten die Verschmelzung und äußerten guten Wünsche für die Zukunft. Amtsbürgermeister Peter Oebels erklärte, das Ereignis werde „mit goldenen Lettern in das Buch der Geschichte der Rheingemeinden eingetragen.“ Der Baumberger Josef Busch (CDU) beschrieb die Partner, die den Bund fürs Leben geschlossen hatten: „Baumberg, die arme Braut, ist zum reichen Bräutigam Monheim gestoßen, aber Baumberg bringt als Mitgift eine bodenständige Bevölkerung.“

Es waren die Alten, die von der jungen Gemeinde als erste profitierten. Nach der Feierstunde wurde einstimmig ein Antrag des KPD-Fraktionsvorsitzenden Michael Wörtler angenommen, dass „alle Wohlfahrts- und Rentenempfänger über 70 Jahre anlässlich der Eingemeindung 15 Mark erhalten.“

Rheinische Geschichte

Informationen und Quellen zur Regional- und Landesgeschichte bietet das [extern]Portal Rheinische Geschichte des Landschaftsverbands Rheinland.

Haus Bürgel

Foto: Haus Bürgel

Rund 2000 Jahre zurück reicht die Geschichte des ehemaligen Römerkastells [extern]Haus Bürgel.