Projekte der Kulturellen Bildung

In Monheimer Kindertagesstätten, Schulen, Freizeit- und Kultureinrichtungen finden vielfältige Projekte der Kulturellen Bildung statt. Einige Projekte werden als Auswahl nachfolgend aufgeführt.

Bunte Tierwelt in den Mo.Ki-Kitas Grünauer, Prenzlauer und Grunewaldstraße

Kinder stellen eine Affenbande dar

In drei Mo.Ki-Kindertageseinrichtungen geht es derzeit tierisch zu. Jeweils eine Gruppe beschäftigt sich unter professioneller Anleitung des Kindertheaters SCHNURZePIEPe mit Elefanten, Affen und Löwen. Dabei lernen die Kinder, dass sich die Tiere etwa durch ihre Sprache, ihre Bewegungen oder ihr Aussehen unterscheiden.

„Die Kinder können lernen, dass es bei der Darstellung im Theater kein ‚falsch‘ gibt. Jeder bringt seine ganz eigenen Qualitäten mit und macht es richtig. Wir möchten den Kindern aber auch die Herausforderung schmackhaft machen, sich darin zu üben, sich länger als gewöhnlich mit einer Sache intensiv auseinanderzusetzten“ sagt die Theaterpädagogin Tanja Wegener vom [extern]Theater SCHNURZePIEPe.

Das Projekt läuft von Mai bis November 2011. In den ersten Wochen lernen die Kinder alle Tiere kennen. Dies ist wichtig, damit die Kinder sich auch in die Tiere der anderen Kinder hineinversetzen können. Deshalb lernen die Kinder auch einen gemeinsamen „Schlachtruf“, der alle verbindet. Zur Begrüßung und zur Verabschiedung stellen sich alle in den Kreis und machen eine gemeinsame Geste zum Elefanten, zum Affen und zum Löwen.

Im weiteren Projektverlauf werden die Kostüme gestaltet. Jede Gruppe erhält verschiedene Farbtöne einer Farbe. Die Kinder wählen die Farben und die Motive selbst aus. Die Affen bekommen verschiedene bräunliche Rottöne, die Elefanten gräuliche Blautöne, die Löwen Gelbtöne. Die Elefanten stülpen sich Socken über die Arme, die den Rüssel darstellen. Die Kinder werden für ihre Tiere (in ihren Farben) außerdem Schwänze aus Wolle herstellen. Nach Fertigstellung der Kostüme machen sich die Kinder an die Arbeit um das Bühnenbild zu gestalten.

Danach heißt es Gerneralprobe in den einzelnen Gruppen und von allen Kindern und Erwachsenen mit Spannung erwartet: die erste gemeinsame Generalprobe aller Elefanten, Affen und Löwen. Im November heißt es dann Bühne frei für mutige „Töröööös“, gewagte Sprünge und große „Brüller“.


Schreibtanz in der Schule am Lerchenweg

Der „Schreibtanz“ ist ein Konzept der Autorin Ragnhild Oussoren-Voors. Es wird seit Jahren mit sehr großem Erfolg in Kindergärten in Dänemark, den Niederlanden und Schweden durchgeführt und gehört zu den Konzepten der ganzheitlichen Entwicklungsförderung – Lernen mit dem ganzen Körper, Lernen mit allen Sinnen.

Ziel des Schreibtanzes ist es, mit Hilfe von Musik, Rhythmen, Spielen und Phantasiezeichnungen eine fließende und zusammenhängende Schrift zu entwickeln, indem man grobmotorische Bewegungen und Federführung vereint. Durch die grobmotorischen Übungen werden die Kinder in der Ausbalancierung des Körpers, der Augen und der beiden Gehirnhälften geübt. Es geht also nicht um das Einüben von Buchstaben, sondern um das Einüben von vorbereitenden Bewegungen.

Das Kind soll auf natürliche und spielerische Weise „bewegungsreif“ werden. Dies wird erreicht durch Einbeziehung unterschiedlicher Musikrichtungen (Klassik, Pop und Jazz) von Rhythmen und rhythmischen Übungen, Spielen und groß- und kleinflächigen Fantasiezeichnungen. Des Weiteren werden die Kinder darin geschult, die Schreibfläche zu überblicken, sich schreibrhythmisch zu bewegen und ein Gefühl für Buchstabenformen zu entwickeln. Jede Unterrichtseinheit besteht aus grobmotorischen Übungen, die von unterschiedlichsten, zum Thema passenden Musikrichtungen und -rhythmen begleitet werden.

Die Verbesserung der Körperwahrnehmung, der Konzentration und des visuellen Vorstellungsvermögens stehen dabei im Vordergrund. Das Projekt Schreibtanz findet 2011 in zwei Klassen an der Schule am Lerchenweg statt.


„Was trickt denn hier“

Kinder lernen, wie man einen Trickfilm dreht

Im Rahmen des Landesprogramms Kultur und Schule NRW werden Kinder der Schule am Lerchenweg, der Hermann-Gemeiner-Schule sowie aus dem Mo.Ki-Familienzentrum in der städtischen Kita Oranienburger Straße und der evangelischen integrativen Kita Grunewaldstraße ihren ersten eigenen Trickfilm drehen.

Unter Anleitung des Künstlers Hans-Peter Katzenburg werden die Kinder das Drehbuch entwickeln, die Trickfilmfiguren herstellen, den Film schneiden und nachvertonen. Das Spannende an dem Projekt ist, dass jeweils die erste Hälfte des eigenen Films an eine andere Gruppe weitergegeben wird. Hier kooperiert jeweils eine Grundschule mit einer Kindertageseinrichtung.

Bei dem großen Abschluss-Festival wird dann jede Gruppe ihren eigenen Film präsentieren – aber auch mit Spannung darauf warten, welches Ende eine andere Gruppe ihrem Film gegeben hat. Das Projekt läuft von September 2011 bis Juli 2012.


Trommel- und Tanzperformance an der Winrich-von-Kniprode-Schule

Der Musiker Wolfgang Milles und die Tänzerin Alice Burri entwickeln zusammen mit den Kindern der Winrich-von-Kniprode-Schule eine Trommel- und Tanzperformance.

Dabei soll eine Gruppe sich entlang ihren musikalischen Hörgewohnheiten Rhythmen selbst entwickeln (Hiphop, R&B-Grooves oder auch Rhythmen aus den Ländern ihres ethnischen Hintergrunds) und zu einer Performance zusammensetzen. Parallel dazu wird sich die zweite Gruppe mit den so entstandenen Rhythmen tänzerisch auseinandersetzen und dazu eine Tanzperformance entwickeln. Dabei sollen alle Kinder sowohl tanzen, als auch trommeln. Das Projekt findet im Rahmen des Landesprogramms Kultur und Schule NRW von September 2011 bis Juli 2012 statt.


Vorlesetheater für Grundschulen

Die Theaterpädagogin Heike Werntgen (Theaterpädagogisches Zentrum Köln) erarbeitet mit Grundschulkindern ein Vorlesestück.

Gemeinsam entdecken die Kinder das Vorlesen als spannendes und vor allem szenisches Medium. Ganz spielerisch wird so das Textverständnis gefördert und durch Schauspielübungen können die Kinder in verschiedene Rollen schlüpfen und lernen, wie mit der Stimme wie ein Instrument „gespielt“ werden kann. Natürlich wird das erarbeitete Stück auch auf der Bühne präsentiert werden, denn nur mit einem Publikum macht das Vorlesetheater richtig Spaß.

Das Projekt Vorlesetheater wird vom Ulla-Hahn-Haus organisiert. Es umfasst acht Einheiten von jeweils 90 Minuten und wird allen Monheimer Grundschulen angeboten. Begleitend bietet das Ulla-Hahn-Haus für Lehrer, die sich für das Vorlesetheater interessieren und die theaterpädagogischen Methoden in ihren Unterricht einbinden wollen, eine Fortbildung an.


Romeo und Julia an der Peter-Ustinov-Gesamtschule

Schülerinnen und Schüler der Peter-Ustinov-Gesamtschule entwickelt unter Anleitung des Künstlers Hans-Peter Katzenburg eine an die Neuzeit adaptierte Fassung des Theaterstücks „Romeo und Julia“.

Dabei arbeiten sie crossmedial und binden in die Theaterinszenierung Trickfilmsequenzen ein, die sie selbst erstellt haben. Die Klasse hat sich zu Beginn des Projektes aufgeteilt in die Schauspieler, die Trickfilmregisseure und die Musiker. Die drei Gruppen werden durch zwei Lehrer, einer Medienpädagogin sowie den Künstler betreut. Die Premiere des Stückes ist für Herbst 2011 geplant.


1. Jugendkulturwochenende

Grafik: Plakat des 1. Monheimer Jugendkulturwochenendes im Juli 2011

Erstmals fand vom 15. bis 17. Juli ein Jugendkulturwochenende statt. Auf Initiative des Kinder- und Jugendrings, unterstützt vom Jugendparlament und von der städtischen Jugendförderung, gab es kulturelle, spielerische und sportliche Angebote.

In das Programm integriert war das 4. Monheimer Rhein-Rock-Open-Air am 16. Juli. Mit „Spray and Dance“ ging es am Freitag am Haus der Jugend los. Sieben Graffiti-Künstler besprühten die Wände am Basketball-Platz. Dazu erklang Hip-Hop zum Tanzen und Zuhören. Ebenfalls am Freitag lud der Jugendklub Baumberg zum „Computerspiele-Leinwandspaß“ ein. An drei Stationen wurden digitale Spiele gespielt und auf Leinwand übertragen.

Mit „Jugendtheater total“ ging es am Samstag im Sojus 7 weiter. Die Gruppe „Schnurzepiepe“ entwickelte aus Alltagssituationen kurze spannende oder lustige Szenen und bezog die Besucher mit ein. Im Übrigen stand der Samstag ganz im Zeichen des 4. Monheimer Rhein-Rock-Open-Airs auf der Baumberger Bürgerwiese am Kielsgraben. Der eigens gegründete Verein Rhein-Rock bot acht Bands auf, darunter „Emergency Gate“ mit Metal aus München.

Sportlich wurde es am Sonntag. Die SG Monheim bot im Heinrich-Häck-Stadion Trampolinspringen, Boxen und Zumba. Das Haus der Jugend veranstaltete auf dem Fußballplatz ein Turnier. Um 16 Uhr begann die Abschlussparty des Jugendkulturwochenendes, auf der der von Jugendlichen gedrehte Video-Kettenbrief zu sehen war. Die Schirmherrschaft über das Jugendkulturwochenende hatte Bürgermeister Daniel Zimmermann übernommen.


Videokettenbrief: Fünf Jugendgruppen – ein Film mit ungewissem Ausgang

Jeder kennt das alte Kinderspiel: Einer malt einen Kopf auf den oberen Rand eines Papierstreifens, markiert den Hals und klappt das Ganze um. Der nächste setzt einen Bauch dran, ein dritter die Beine. Heraus kommt meist eine Art Fabelwesen, dessen einzelne Teile so gar nicht zusammen passen wollen. Ähnlich geht das mit dem Videokettenbrief.

Die erste Gruppe dreht einen Film von etwa zwei Minuten Länge. Die letzten 15 Sekunden werden der zweiten Gruppe gezeigt, die die Geschichte weiterspinnt. Von dem zweiten Clip werden wiederum die letzten 15 Sekunden der dritten Gruppe gezeigt, die nun weitermacht. Die 45 teilnehmenden Jugendlichen haben auf diese Weise einen Film voller Brüche, der zwischen den Genres hin- und herspringt, dessen Besetzung alle zwei Minuten wechselt, der weitgehend sinnfrei ist, dessen Übergänge aber originell sind, produziert.

Teilgenommen haben das Jugendparlament, die Peter-Ustinov-Gesamtschule, der Jugendclub Baumberg sowie zwei Gruppen des Haus der Jugend. Unter großem Applaus wurde der Film Mitte Juli beim ersten Jugendkulturwochenende in Monheim am Rhein präsentiert.


Die abenteuerliche Zeitreise des Ritter Tab im Haus der Jugend

Kinder bestaunen ihren selbst erstellten Trickfilm.

In den Sommerferien haben sechs Mädchen im Alter von 6 bis 14 Jahren einen Trickfilm über die Abenteuer des Ritter Tabs im Mittelalter gedreht.

Nach der sehr lustigen Entwicklung des Drehbuchs wurden dann weiterhin mit guter Laune Figuren gebastelt und Hintergründe erstellt. Die Nachvertonung war dann noch ein etwas schwieriges Unterfangen aber unter professioneller Anleitung von Evelyn Krautstein haben die Teilnehmerinnen diese Herausforderung mit Bravour gemeistert.

Zu sehen war bei der großen Präsentation ein tollpatschiger Ritter im Mittelalter, der mit Hilfe von Kindern, die extra mit Hilfe einer Waschmaschine die Zeitreise angetreten sind, die kranke Prinzessin „J.Lo“ geheilt hat. Und wer meint, man würde durch Medikamente gesund, der hat noch nichts von der „heiligen Ananas“ gehört!

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Sonja Baumhauer
Sonja Baumhauer
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